Einst war der Rock ein Kleidungsstück für Männer und Frauen, vorzugsweise mit Ärmeln und meist von der ärmeren Bevölkerung getragen. Ab dem Mittelalter entwickelte sich der Rock zu einem weiblichen Gewand, der Waffenrock und Gehrock blieb dem männlichen Geschlecht vorbehalten. Heute sind die Schotten im Kilt die eisernen Verfechter, dass auch die Herrenwelt Bein zeigen kann, ab und an sieht man ein maskulines, avantgardistisches Modell auf dem Fashion Catwalk, doch im Alltag ist und bleibt der Mann im Rock ein Exot.
Im Lauf der Mode-Geschichte wurde der weibliche Rock als wandlungsfähiges Bekleidungsstück immer wieder neu in Szene gesetzt: Ob mit einer Krinoline in extrem ausladender Form gestützt, ob mit einem Cul de Paris nach hinten aufgepeppt, ob mit Petticoat in den 50ern herrlich aufgebauscht, ob als schmaler Bleistiftrock sexy geschlitzt oder als Maxi-Rock im Hippie-Look getragen. Die letzte bahnbrechende Rock Revolution erfand 1964 Mary Quant in London, der Mini-Rock endete mindestens 10 cm über dem Knie, war damals richtig “shocking” und schaffte dennoch den Siegeszug rund um die Welt.
Der Rock ist ein anerkanntes Symbol der Weiblichkeit, im Unterschied zur praktischen Hose. Er umschmeichelt den weiblichen Körper, zeigt seine Rundungen und bietet heute so viele Varianten, dass man sich um seine modische Zukunft keine Sorgen machen muss. Heutzutage beweist der Rock eine große stilistische Vielfalt. So trägt Frau den Faltenrock mit und ohne Karo, auf Hüfte oder in der Taille. Der Tellerrock präsentiert sich in runder, schwungvoller Stofffülle und endet meist in Wadenlänge. Der Godet-Rock ist ein Meister der Schnitttechnik, seine Bahnen öffnen sich in Kniehöhe mit sanftem Schwung. Der originelle Ballonrock kommt immer mal wieder in und dann wieder aus der Mode, ein Modell, das sich ballonartig um die Schenkel wölbt. Der Jeansrock ist praktisch, ob in Patchwork-Optik, stone washed oder selbst genäht. Der Hosenrock präsentiert sich als sportive Version, er wurde übrigens schon 1911 erfunden und sorgte damals für einen Skandal. Heute ist alles erlaubt und die Rock-Mode setzt keine Grenzen – egal ob Mini, Midi oder Maxi.